Öffentliche Ladestation betreiben als Unternehmen: Lohnt sich das?
Ja — wenn Ihr Standort frequentiert ist und Sie mit eigenem Solarstrom laden. Dann verdienen Sie an jeder fremd geladenen Kilowattstunde mit, während dieselbe Anlage Ihre Flotte günstig versorgt. Die entscheidende Variable ist nicht der Preis pro kWh, sondern die Auslastung: Eine Säule mit zwei Ladevorgängen am Tag bringt einen Nebenertrag, eine mit zwölf trägt sich selbst. Genau das rechnen wir für Ihren Hof ehrlich durch.
Fischer Stromwerk aus Delbrück (OWL) plant diese Rechnung für Unternehmen mit eigener Flotte — als ELMI Power Fachpartner, deutschlandweit, und mit einer eigenen 130-kWp-PV-Anlage auf dem eigenen Hof, zu der das Speicher- und Ladesystem derzeit entsteht. Wir empfehlen nur, was wir gerade selbst aufbauen.
Was heißt „öffentliche Ladestation betreiben"?
Sie öffnen einen Ladepunkt auf Ihrem Grundstück für fremde Fahrer und rechnen pro geladener Kilowattstunde ab. Rechtlich gilt ein Ladepunkt schon dann als öffentlich zugänglich, wenn er sich an einem Standort befindet, der der Allgemeinheit zugänglich ist — auf öffentlichem oder privatem Grund, auch mit Zugangsbeschränkungen (§ 2 Nr. 2 Ladesäulenverordnung 2026). [Quelle: gesetze-im-internet.de — LSV 2026, § 2 — Stand Juni 2026]
Daraus folgen drei Pflichten als Betreiber (CPO, Charge Point Operator):
- Anmeldung bei der Bundesnetzagentur — Inbetriebnahme spätestens zwei Wochen danach elektronisch anzeigen (§ 4 Abs. 1 LSV). [Quelle: gesetze-im-internet.de — LSV 2026]
- Technische Mindestanforderungen nach LSV und Energiewirtschaftsgesetz, nachweisbar dokumentiert (§ 3, § 4 Abs. 2 LSV). [Quelle: gesetze-im-internet.de — LSV 2026]
- Eichrechtskonforme Messung nach Mess- und Eichgesetz (MessEG) — sonst dürfen Sie nicht nach kWh abrechnen und bekommen keine THG-Quote. [Quelle: emobility.energy — THG öffentliche Ladepunkte — Stand Juni 2026]
Wie groß ist der Markt — und ist es schon zu spät?
Nein. Zum 1. April 2026 zählte das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur 200.255 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland — davon 149.002 AC-Normallader und 51.253 DC-Schnelllader. [Quelle: Bundesnetzagentur — E-Mobilität, Stand 01.04.2026] Ein Jahr zuvor waren es rund 17 % weniger. [Quelle: Bundesnetzagentur — E-Mobilität — Stand Juni 2026]
Der Markt wächst zweistellig, der Bestand an E-Fahrzeugen wächst mit — entscheidend für Ihren Erfolg ist nicht die bundesweite Zahl, sondern ob an Ihrem Standort genug Fahrzeuge vorbeikommen. Ein Standort mit Publikumsverkehr (Filiale, Werkstatt, Hofladen, Pendlerlage) ist Gold wert; ein abgelegenes Gewerbegebiet ohne Laufkundschaft trägt eine öffentliche Säule kaum.
Wie viel verdient eine öffentliche Ladestation pro Jahr?
So viel, wie die Auslastung hergibt — das ist die ehrliche Antwort. Pro Ladevorgang rechnen wir konservativ mit ~20 kWh und einer Bruttomarge (Verkaufspreis minus Stromkosten, inkl. THG-Quote) von ~0,42 €/kWh bei Netzstrom bzw. ~0,60 €/kWh bei eigenem Solarstrom. Daraus ergibt sich die folgende Bandbreite.
| Auslastung | kWh/Jahr (à ~20 kWh) | Erlös/Jahr mit Netzstrom (~0,42 €/kWh) | Erlös/Jahr mit Solarstrom (~0,60 €/kWh) |
|---|---|---|---|
| 2 Ladevorgänge/Tag | ~14.600 kWh | ~6.100 € | ~8.760 € |
| 6 Ladevorgänge/Tag | ~43.800 kWh | ~18.400 € | ~26.300 € |
| 12 Ladevorgänge/Tag | ~87.600 kWh | ~36.800 € | ~52.600 € |
[Eigene Beispielrechnung. Marge gerundet aus: Verkaufspreis DC ad-hoc ~0,50–0,79 €/kWh (ADAC), Stromkosten ~0,10 € (PV-Gestehung) bis ~0,30 € (Gewerbestrom), THG-Quote (emobility.energy). Werte schwanken mit Markt und Standort — keine Garantie.]
Lesen Sie die Tabelle als das, was sie ist: eine Spanne, kein Versprechen. Bei zwei Ladevorgängen am Tag ist die Säule ein netter Zusatzertrag. Bei sechs trägt sie sich selbst und finanziert mit. Wie viele Fahrzeuge an Ihrem Standort realistisch laden, ist die einzige Zahl, über die wir nicht spekulieren — die ermitteln wir gemeinsam aus Ihrer Lage.
Was kostet Sie die Kilowattstunde — und warum ist Solar der Hebel?
Ihre Marge ist die Differenz aus dem, was der fremde Fahrer zahlt, und dem, was Sie selbst pro kWh aufwenden. Der Verkaufspreis ist nach oben gedeckelt durch den Markt: DC-Schnelllader liegen ad-hoc bei ~0,50–0,79 €/kWh, AC-Normallader bei ~0,39–0,62 €/kWh. [Quelle: ADAC — Ladesäulen-Strompreise — Stand 2026]
An diesem Preis können Sie wenig drehen. An Ihren Kosten schon: Wer mit Netzstrom (~0,30 €/kWh Gewerbe) lädt, verschenkt rund zwei Drittel der möglichen Marge an den Energieversorger. Mit Strom aus der eigenen PV-Anlage (~0,10 €/kWh Gestehung) bleibt der Aufschlag bei Ihnen. Das ist nicht nur eine größere Marge beim Verkauf — es ist derselbe Grund, warum Ihre eigene Flotte nebenbei für einen Bruchteil der Diesel-Kosten fährt. [Stromkosten-Annahmen unverifiziert als Tagespreise — werden in der Analyse mit Ihren echten Werten ersetzt]
Anders gesagt: Die öffentliche Säule ist nicht Ihr Hauptgeschäft. Tagsüber lädt Ihr Speicher die Sonne ein, abends laden Ihre Fahrzeuge daraus, und die Überkapazität verkaufen Sie an Fremde. Drei Erträge aus einer Anlage — Flottenersparnis, Eigenverbrauch und Ladeerlös.
Was bringt die THG-Quote zusätzlich?
Für jede öffentlich geladene Kilowattstunde können Sie zusätzlich die THG-Quote vermarkten. Voraussetzung ist exakt der Drei-Klang oben: LSV-Konformität, BNetzA-Meldung und eichrechtskonforme Messung. [Quelle: emobility.energy — THG öffentliche Ladepunkte — Stand Juni 2026] Die Höhe schwankt mit dem Quotenmarkt: variable Modelle liegen höher, garantierte Festpreismodelle niedriger. [Quelle: emobility.energy — Stand Juni 2026] Den konkreten Jahresschnitt 2026 nennen wir nicht aus dem Bauch [unverifiziert] — kalkulieren Sie konservativ, alles darüber ist Bonus.
Was kommt von der Förderung zurück?
Das frühere KfW-441-Programm für gewerbliche Ladepunkte ist ausgelaufen. [Quelle: kfw.de — Ladeinfrastruktur — Stand Juni 2026] Aktuell greifen je nach Region Landes- und Kommunalprogramme sowie steuerliche Abschreibungen. Welche Töpfe in NRW/OWL konkret für Sie offen sind, prüfen wir im Rahmen der Analyse — versprechen tun wir hier keine Summe [unverifiziert für 2026].
Häufige Fragen (FAQ)
Lohnt sich eine öffentliche Ladestation für mein Unternehmen? Das entscheidet die Auslastung Ihres Standorts. Ab etwa sechs Ladevorgängen am Tag trägt sich die Säule mit eigenem Solarstrom selbst (~26.000 €/Jahr im Beispiel); bei zwei am Tag ist sie ein Zusatzertrag. An einem Standort ohne Laufkundschaft und nur mit Netzstrom wird es eng. [Stand Juni 2026]
Was verdiene ich pro Kilowattstunde? Verkaufspreis DC ad-hoc ~0,50–0,79 €, Ihre Stromkosten ~0,10 € (Solar) bis ~0,30 € (Netz), plus THG-Quote. Brutto bleiben grob ~0,42 € (Netz) bis ~0,60 € (Solar) pro kWh. [Quelle: ADAC, emobility.energy — Stand 2026]
Brauche ich eine Genehmigung? Eine klassische Genehmigung nicht, aber drei Pflichten: Meldung bei der Bundesnetzagentur (§ 4 LSV), Einhaltung der technischen Mindestanforderungen (§ 3 LSV) und eichrechtskonforme Messung nach MessEG. Ohne diese gilt der Punkt nicht als öffentlich — und es gibt keine THG-Quote. [Quelle: LSV 2026, emobility.energy]
Was ist ein CPO? Charge Point Operator — der Betreiber des Ladepunkts, also Sie. Sie verantworten Technik, Abrechnung, BNetzA-Meldung und Eichrecht. Den laufenden Betrieb (Backend, Roaming, Abrechnung) bündeln wir mit Ihnen, damit kein Verwaltungsaufwand bei Ihnen hängen bleibt.
Kann ich Säule und eigene Flotte gleichzeitig versorgen? Ja — genau das ist der wirtschaftliche Kern. Eine PV-Anlage mit Speicher versorgt Ihre Flotte günstig und verkauft die Überkapazität öffentlich. Die Säule rechtfertigt die Anlage, die Anlage senkt Ihre Flottenkosten.
Was, wenn an meinem Standort kaum jemand lädt? Dann ist eine öffentliche Säule der falsche Hebel — und das sagen wir Ihnen vorher. In dem Fall lohnt sich eine reine Eigenverbrauchs-Anlage für Ihre Flotte oft mehr. Wir empfehlen nur, was sich bei Ihnen wirklich rechnet.
Ihr nächster Schritt
Ob sich eine öffentliche Säule auf Ihrem Hof rechnet, hängt an drei Zahlen: Ihrem Strompreis, Ihrer Flottengröße und vor allem der zu erwartenden Auslastung. Diese Zahlen rechnen wir für Sie konkret durch — kostenlos und unverbindlich.
Fordern Sie Ihre kostenlose Rentabilitäts-Analyse an. Ansprechpartner: Jens Fischer, Fischer Stromwerk, Delbrück (OWL), deutschlandweit. Sie erhalten eine ehrliche Kalkulation, wie viel Ihre Säule und Ihre Flotte zusammen einbringen — mit Ihren eigenen Werten, ohne Schönrechnerei.
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